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Sunday, September 13, 2015

The Chemical Brothers: Born in the Echoes (Albumkritik)

 

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The Chemical Brothers: Born in the Echoes (EMI)

Das Dance-Duo verlängert mit seinem neuen Album die mittlerweile ein Jahrzehnt andauernde Verwässerung des eigenen Kanons. Das neue Werk ist technisch brillant wie immer, doch kreativ erschöpft. Vielleicht weil sie versuchten, die grobe Steigerung-Abfall-Steigerung-Formel von EDM und Trap zu vermeiden, schwanken Tracks wie „Under Neon Lights“ (mit einer sträflich unterforderten St Vincent) schwach irgendwo in der Mitte herum. Andere Produzenten, etwa Barnt und Jon Hopkins, werden kopiert und alte Tricks wiederverwendet, darunter ein Gastauftritt von Q-Tip und ein weiteres Beinahe-Remake von „Tomorrow Never Knows“ (wenn auch ohne Noel Gallaghers Songwriting). Texte waren nie die Stärke der Chems, doch die albernen Mantras von früher sind zu vollkommener Dummheit verkümmert. Nur „EML Ritual“ und „Wide Open“, eine Zusammenarbeit mit Beck, kommen an frühere Meisterwerke heran, auch wenn ersterer Song im Grunde nur eine harmlosere Version des Karrierehöhepunkts „Electronic Battle Weapon 7“ ist. Das Ganze ist sehr solide und gut gemacht, so wie die Ford Mondeos, in denen diese Musik überwiegend gehört werden wird.

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RP Boo: Fingers, Bank Pads and Shoe Prints (Albumkritik)

 

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RP Boo: Fingers, Bank Pads and Shoe Prints (Planet Mu)

Footwork ist eine halsbrecherisch schnelle Mutation von Ghetto House, die seit Ende der 90-er mit mehr als 150 BPM aus Lautsprechern dröhnt. In Chicago ermuntert diese Musik viele Leute zu dem ganz bestimmten Tanzstil, der denselben Namen wie sie trägt: an den Twist erinnernde Beinbewegungen, die irgendwo zwischen House Dance und Breakdance anzusiedeln sind. Für die tänzerisch Untalentierten bedeutet dies wildes Klopfen mit dem Fuß zu dieser rasanten, je hektischen Mischung aus Presslufthammer-Gesang-Samples und dahinjagenden, pochenden Lo-Fi-Drummaschinen. Dieses Genre gewinnt schon seit geraumer Zeit an Popularität, aber es ist bemerkenswert, dass es gerade seine Vorläufer sind, die sich bemühen, etwas weiterzubringen; deshalb ist das zweite Album von Footwork-Begründer RP Boo sowohl eine Einführung ins Genre aund seinen Sound als auch ein Schnappschuss aktueller Entwicklungen. „Suicide“ ist ein am Rande des Techno wandelnder Kracher, wie ihn der aus Detroit stammende DJ Kevin Saunderson um 7 Uhr früh spielen würde. „Let’s Dance Again“ wartet mit Echos von vagem R&B unter den knisternden Drums auf, während auf „Sleepy“ Bläser erklingen, die Hudson Mohawke gefallen würden. Und, was für einen Produzenten typisch ist, der Musik „for battling“ macht, hier wird Großtuerei spürbar, wie man sie von erfolgreichen Gangster-Rappern kennt.

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