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Sunday, September 13, 2015

Rickie Lee Jones: The Other Side of Desire (Albumkritik)

 

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Rickie Lee Jones: The Other Side of Desire (The Other Side of Desire Music)

Die Zeiten könnten für kommerziell nicht so im Rampenlicht stehende Künstler wie Rickie Lee Jones kaum härter sein. Sie finanzierte dieses Album mit Hilfe einer PledgeMusic Kampagne und durch den Verkauf alter Bühnenoutfits. Es beendet eine 10 Jahre dauernde Schreibblockade: Als sie nach drei Alben voller Coverversionen und Neuaufnahmen alter Songs wieder den Drang verspürte, neue Musik zu machen, suchte sie in ihrer neuen Heimat New Orleans nach Inspiration. Die Stadt.ist ihr jedoch auf subtile Weise unter die Haut gegangen, weshalb einiges An Selbsterforschung und Beobachtung erforderlich war, um die Einflüsse zu erkennen.Es gibt nur wenige offenkundige Hommagen – der lärmende klavierlastige R&B von „J’ai Connais Pas“ und der Bayou-Pop von „Haunted“ sind im Grunde schon alle. Die wirklichen Früchte dieser 10-jährigen Pause sind für Songs reserviert, in denen die bohemehafte Spiritualität der Stadt mit ihrer eigenen Lebensweise verschmilzt – und unter ihnen finden sich einige Leckerbissen. Da gibt es einen lieblichen Lobgesang auf ihren Hund („Juliette“), eine markige Warnung davor, Lektionen aus früheren Beziehungen zu vergessen („Haunted“), und ein Finale, in dem keuchendes Sousaphon und verrücktes Kichern gerade noch auf der richtigen Seite des Wahnsinns bleiben.

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Saturday, September 12, 2015

Jill Scott: Woman (Albumkritik)

 

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Jill Scott: Woman (Atlantic)

“I used to be stuck / How about you?” fragt Jill Scott am Anfang von „Say Thank You“, ehe eine verzerrte Gitarre erklingt, die an Funkadelics Maggot Brain erinnert. Woman ist Scotts erstes Album seit dem 2011 erschienenen The Light of the Sun und ihr erstes für Atlantic. Sie wird von einem ganzen Team von Produzenten unterstützt, darunter auch ihr langjähriger Weggefährte André Harris, und es hört sich wahrlich nicht danach an, als wäre sie in ihrer musikalischen Entwicklung steckengeblieben. Scotts überschwänglichen Sleevenotes (die durchaus etwas kürzer sein könnten) zufolge versuchen Songs wie „(Put Me) Back Together“ Country-Feeling mit Philadelphia-Soul der 70-er zu kombinieren. Das gelingt ihr sehr gut – und anderes ebenfalls. Das stampfende „Coming to You“ oder das tiefe „Can’t Wait“ werden Fans von „vintage“ Soul erfreuen, ohne retro oder kitschig zu klingen, und beim Anfangsrap „Wild Cookie“ und bei der abgehackten R&B-Nummer „Lighthouse“ wirkt sie ebenfalls sehr souverän. Scotts mächtige Stimme entfaltet über das gesamte Album hinweg eine überragende Präsenz, ob sie nun rund um die Melodien von Songs wie „Prepared“ flattert oder auf dem verträumten „Fool’s Gold“ mehrspurig erklingt.

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