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Sunday, September 13, 2015

Owl City: Mobile Orchestra (Albumkritik)

 

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Owl City: Mobile Orchestra (Republic)

Owl Citys Adam Young macht Musik, die so nichtssagend, langweilig und frei von Texturen ist, dass sie mit einer Warnung vor Gesundheitsgefährdung versehen sein sollte. Auf seinem fünften Album plätschert er durch lieblichen Electropop, der auf den EDM Punch seines Hits „Good Time“ aus dem Jahre 2010 setzt, „aufgewertet“ mit Country-Pop und Soft-Rock. Fans von Postal Service werden womöglich noch immer auf die Ähnlichkeiten zwischen Youngs und Ben Gibbards wohlklingenden Gesangsstilen hinweisen, besonders auf „Bird With a Broken Wing“, aber das wird nicht verhindern, dass dieses Album Fans ansprechen wird, die begierig darauf sind, sich in Youngs warm erleuchteter Welt atemloser Schwärmereien, eines allmächtigen Gotts und der nostalgischen Erinnerungen an eine Kindheit in den 90-ern zu verlieren. Mobile Orchestra versucht, die Intimität von Beziehungen zu verpacken und zu verkaufen. Leider sind die Resultate so schlecht ausgeführt, dass sie fast beleidigend wirken, denn sie setzen auf Klischees und Metaphern, anstatt in der beängstigenden Verletzlichkeit und dem pulsierenden Rausch, die mit romantischer Liebe einhergehen, zu wühlen. Es ist nicht originell und gekünstelt – zweifellos wird es kommerziell erfolgreich sein.

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Son Lux: Bones (Albumkritik)

 

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Son Lux: Bones (Glassnote)

“This moment changes everything”, erschaudert Son Lux, während eine Trommel etwas durchschlägt, was wie Betonblöcke klingt, Chorsamples anschwellen und verzerrte Streicher schläfrig herumflattern wie mechanische Schmetterlinge, die man dringend aufziehen sollte. Bones bemüht sich zumindest redlich, die Grenzen der Popproduktion zu sprengen. Lux hat hier mit Sufjan Stevens, Lorde und Boots, Produzent von Beyoncé, zusammengearbeitet, was den electro-klassisch/experimentell/R&B-Stil andeutet, dem er sich widmet. Doch sein Versuch, diese Genres auf diesem Album zu verschmelzen, ist fast zu ambitioniert, um anhörbar zu sein. Stimmen werden als Instrumente eingesetzt, Rhythmen kämpfen um ein wenig Raum, Tracks haben mehr Höhe- und Tiefpunkte als das Finale eines Musicals von Andrew Lloyd Webber und es gibt hier so viele Knochen zermalmende Klangtexturen, dass man das Gefühl hat, die Ohren würden mit einem Bohrer traktiert. Jenseits des theatralischen Getöses von Songs wie „Flight“ und „This Time“, sind jedoch simplere Vergnügen zu finden, etwa die filmische Dunkelheit von „I Am the Others“ und das folkigere „Undone“, das die perfekte Balance zwischen komplexen Rhythmen und verlockenden Akustikgitarren-Licks findet. Mitunter muss symphonischer Pop nicht bis zum Rand mit Klängen und Instrumenten vollgepackt sein, um seine Wirkung zu entfalten.

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Michael Head & The Strands: The Olde World (Albumkritik)

 

Hervorragende Sammlung unveröffentlichter Songs und Outtakes

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Michael Head & The Strands: The Olde World (Megaphone)

Nachdem er zusammen mit seinem Gitarre spielende Bruder John Gesicht und treibende kreative Kraft der verehrten, aber leider wenig erfolgreichen Pale Fountains, Shack und The Strands gewesen war, wurde Michael Head einst vom NME als “Britain’s greatest songwriter (recognise him?)” bezeichnet. The Magical World of the Strands aus dem Jahre 1997 ist ein vergessener Klassiker: sanft psychedelische, von Love beeinflusste Songs über Heroinabhängigkeit, die so manchen Hörer zu Tränen rührten. Diese Sammlung von Songs stammt von denselben Aufnahmesessions und vereint 10 Songs (und alternative Versionen), die es damals nicht auf das Album schafften. Es gibt hier ein längeres „It’s Harvest Time“, ein atemberaubend orchestriertes „Something Like You“ und ein fast schmerzhaft schönes „Glynys and Jacqui“ mit dem unvergesslichen geflüsterten “I’m in a race but not against time”. Eine vertraut verzweifelte Schönheit kennzeichnet das bis dato nie gehörte „Poor Jill“ und das anschwellende, Beatles-artige „The Olde World“ ist ein weiterer Song der Head Brüder, der eigentlich ein Hit hätte werden müssen. Besonders rätselhaft ist, dass das später von Shack nochmals eingespielte, exquisit aufwühlende „Fin, Sophie, Bobby and Lance“ seinerzeit keinen Platz auf The Magical World... fand, denn es beweist eindrücklich, wie ungeheuer talentiert die Heads sind.

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Gengahr: A Dream Outside (Albumkritik)

 

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Gengahr: A Dream Outside (Transgressive)

Dies ist bis jetzt das Jahr gewesen, in dem das Psych-Revival in unbekannte Gewässer vordrang, wobei Tame Impala und Unknown Mortal Orchestra Disco- und Funk-Klänge ausprobierten, während Stealing Sheep Dance-Sounds und Sarahan Folk hinzumischten. A Dream Outside, das Debütalbum der aus London stammenden Band Gengahr, nimmt keine so dramatischen Veränderungen an der Formel vor wie die genannten Beispiele, aber es bietet seine eigenen subtilen Verfeinerungen. Dies ist Psychpop mit starker Betonung des Pop-Elements: die zerfetzten Melodien wirken sowohl verstörend als auch „festival-ready“ und das „noodling“ (Solieren) wurde auf ein erträgliches Minimum reduziert. Auf der trällernden ersten Single „Powder“ wandelt sich Felix Bushes affektierter Falsettgesang urplötzlich von niedlich zu gespenstisch, ein Effekt, der von der Leise/Laut-Dynamik des Spiels des Gitarristen John Victor nachgeahmt wird, während der an MGMT erinnernde Refrain von „She’s a Witch“ von beunruhigenden Textzeilen über eine Hexe, die die ganze Zeit weint (“cries all the time”) untergraben wird. Gelegentlich, etwa in der Freak-Folk-Eröffnungsnummer „Dizzy Ghosts“, geht Bushes Stimme inmitten von Victors verworrenen Gitarrenlinien verloren, doch insgesamt ist der Sound dieser Band einer der nachwirkt.

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